Im Auftrag des Fernsehens der DDR entwickelte der Architekt Franz Ehrlich 1952 das erste und einzige deutsche Fernsehtheater. Das Theater, entworfen im Bauhaus-Stil, sendete bis 1957 Opern und Schauspielkomödien in die DDR-Haushalte, bevor der Theatersaal entkernt und in ein Fernsehstudio umfunktioniert wurde. Bis zum Ende des Deutschen Fernsehfunks nach der Wende 1991 wurde von hier aus die bekannteste Nachrichtensendung der DDR „Die Aktuelle Kamera“ übertragen. Der große Theater- und Sendesaal wurde nach der Abwicklung stillgelegt und nur noch der Kopfbau mit Foyer und Konferenzraum blieb für Vermietungen offen.
Erst 2015 erlebte das alte Fernsehtheater unter dem damaligen Namen Theater Adlershof seine Renaissance. Das Team um Regisseurin und Choreografin Kathrin Schülein bespielt seitdem im Kopfbau das alte Foyer, umgewandelt in eine gemütliche Theaterlounge mit Bar.
Im Zuge der Pandemie erweiterte sich das Haus.
In den Sommermonaten wird nun zusätzliche eine Open Air Bühne bespielt und seit November 2021 ist der große Theater- und Sendesaal wieder in Betrieb.
Mit seinem vielseitigen Angebot aus Musik-, Sprech-, Tanztheater und Konzerten und dem Bekenntnis zu seiner Geschichte erreicht das Theater Ost die Menschen aller Altersschichten und Interessen: Klassische Inszenierungen und Gegenwartstheater, Kindertheater, Konzerte von Swing über Chanson, Jazz bis Balkanpop und Klassik gestalten neben innovativen Projekten, szenischen Lesungen und Talkrunden das Programm.
Von und mit Anette Daugardt und Uwe Neumann- eine Produktion von KantTheaterBerlin und Globe
„Die beiden Eheleute Quangel, zwei bedeutungslose Einzelwesen im Norden Berlins, nehmen eines Tages im Jahre 1940 den Kampf auf gegen die ungeheure Maschinerie des Nazistaates, und das Groteske geschieht: Der Elefant fühlt sich von der Maus bedroht.“
Das Vorbild für diesen Roman von Hans Fallada war das Arbeiterehepaar Otto und Elise Hampel, die für ihre Auflehnung gegen die Menschenverachtung des NS-Regimes am 8.April 1943 in Berlin- Plötzensee hingerichtet wurden. Fallada erzählt hier in einer fast krimiartigen Atmosphäre von sogenannten kleinen Leuten, die in den Jahren 1940 bis 1942 Aufrufe zum Widerstand auf Karten und in Briefen verbreitet hatten, nachdem sie durch den Tod ihres Sohns an der Front ihre ursprünglich positive Haltung zu Hitler und seiner Kriegsmaschinerie restlos verlieren.
Fallada schreibt im Vorwort seines Romans:
„Die Geschehnisse folgen in großen Zügen Akten der Gestapo. Mancher wird finden, dass in diesem Buche reichlich viel gequält und gestorben wird. Der Verfasser gestattet sich, darauf aufmerksam zu machen, dass in diesem Buch fast ausschließlich von Menschen die Rede ist, die gegen das Hitlerregime ankämpften, von ihnen und ihren Verfolgern. In diesen Kreisen wurde in den Jahren 1940 bis 1942 und vorher und nachher ziemlich viel gestorben. Es hat dem Verfasser oft nicht gefallen, ein so düsteres Gemälde zu entwerfen, aber mehr Helligkeit hätte Lüge bedeutet.“
ANNETTE DAUGARDT, geboren 1966 in Berlin, Schauspielausbildung 1987-1991 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Engagements unter anderem bei: Freie Volksbühne, Berliner Ensemble, Théâtre National du Luxembourg, Goethetheater Bremen. Seit 2003 realisiert sie gemeinsam mit anderen Künstlern als KantTheaterBerlin eigene Projekte: Totentanz (2014), Traumnovelle (2015), Poe Solo 4 x Leben (2016), Feuer Blut Hund (2018), TROTZ (2018), 1984 (2019). 2020 coronabedingt eine filmische Umsetzung von Heinrich Heines 9-jähriger Bettlägerigkeit: IN DER MATRATZENGRUFT. Daraus entstand 2021 ein sehr erfolgreiches Hörbuch und eine Stückfassung. 2021 folgte eine Förderung für die filmische Umsetzung Kopfstein*, woraus 2022 das Solotheaterstück 24 Stunden aus dem Leben einer Frau von Stefan Zweig hervorging, 2022 ein Stipendium für eine eigene Fassung von Schuld und Sühne, ebenfalls 2022 erhielt Anette Daugardt ein 3-monatiges Stipendium, um sich mit den schreibenden Frauen des späten 18.Jahrhunderts zu befassen: Daraus ist im Frühjahr 2023 das Theaterstück: Rahel- die Wege muss man suchen entstanden und durch eine weitere Förderung im Herbst 2023 ein Stück über Karoline von Günderrode Warum ward ich kein Mann! 2024 konnte Brief an den Vater von Franz Kafka, 2025 Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada in Zusammenarbeit mit dem Globe Berlin realisiert werden.
UWE NEUMANN studierte an der Pariser Schauspielschule Cours Simon und der Universität der Künste Berlin. Prägend war auch ein längerer Studienaufenthalt am Théâtre du Soleil in Paris. Wichtige Stationen in Deutschland waren u.a. das Hans-Otto-Theater in Potsdam, das Stadttheater Heidelberg und in Berlin das Maxim-Gorki-Theater und die Komödie am Kurfürstendamm.
Seit 2003 produziert er mit dem KantTheaterBerlin Stücke und Programme: Zuletzt „1984“ von George Orwell, „Schuld und Sühne“ von Dostojewski, ein Stück über Rahel Varnhagen, „Brief an den Vater“ von Franz Kafka und „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada. Ein Schwerpunkt lag in den letzten Jahren auf Heinrich Heine, so produzierte er zusammen mit dem Gitarristen Ian Melrose das musikalische Heine-Programm „Heine gets the groove“, und zusammen mit Anette Daugardt „Matratzengruft“, ein Stück über Heines letzte neun Jahre in Paris. Von beiden Abenden sind gleichnamige CD’s erschienen. Außerdem beschäftigt er sich seit Längerem mit polnischer Kultur und Literatur. Daraus entstand „Grande Valse Brillante“, ein Abend über die polnische Sängerin Ewa Demarczyk und den belgischen Sänger Jacques Brel, gefördert vom Polnischen Kulturinstitut Berlin. Im Moment arbeitet er, wiederum zusammen mit Ian Melrose, an einem musikalischen Programm über Karl Dedecius, den großen Übersetzer polnischer Poesie ins Deutsche. Seit 2019 ist er Mitglied im Ensemble des Globe-Theaters Berlin.
Aus Kritiken:
„Das Schauspielduo Daugardt und Neumann macht den Roman-Klassiker von Hans Fallada auf eindrucksvolle und emotionale Weise zu einem packenden Bühnenstück… …Ihre gemeinsame Bühnenpräsenz machte den Abend zu einem intensiven Erlebnis… Hauptsache, man leistet Widerstand«, lässt Fallada Anna sagen - Worte, die in Daugardts Interpretation eine besondere Wucht entfalteten…Das Zusammenspiel der beiden Darsteller wirkte in jeder Minute präzise und harmonisch...“
„Anette Daugardt und Uwe Neumann adaptieren das Werk als eindringliches Kammerspiel für die Bühne“
Karten im Vorverkauf: 30 €
Karten an der Abendkasse: 34 €
Bewertungen & Berichte Jeder stirbt für sich allein
Aufführung
BERLIN - Die 20er Jahre - Eine Stadt im Taumel
Eine musikalisch-literarische Collage von & mit Sigrid Grajek / Am Piano: Jens-Karsten Stoll
Charleston-Kleid, Kokain, Absinth, Monokel, Frack, Champagner, Federboa, Tanz auf dem Vulkan, mondäne Unterhaltung und Nächte bis zum Morgengrauen, als ob jede die letzte wäre…
Soweit die Nostalgie und die Bilder, die gewöhnlich im Zusammenhang mit den sogenannten »Goldenen Zwanzigern« in den Köpfen entstehen. Das alles betrifft im Grunde allerdings nur die Zeit zwischen 1924 und 1929.
Sigrid Grajek hingegen geht es um die Jahre von 1918 bis 1933, also jene zwischen den beiden Weltkriegen, wo sich unter der schillernd-schönen »Berlin im Licht«-Oberfläche eine dunkel-bittere Seite offenbart.
Obwohl man von der »Weimarer Republik« spricht, war Berlin das pulsierende Zentrum. Die unterschiedlichen Lebensrealitäten dieser fünfzehn Jahre wurden in einer Vielzahl von Liedern und Texten mit oft unerschütterlichem Humor dokumentiert.
Sigrid Grajek fügt ihre Auswahl daraus zusammen und kreiert einen musikalisch-literarischen Spiegel der Epoche, dessen Ähnlichkeiten mit unserer Zeit bisweilen erschreckend sind.
Sigrid Grajek ist singende Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin. Mit ihren musikalisch-literarischen Programmen u.a.Claire Waldoff: Ich will aber gerade vom Leben singen…und BERLIN: Die 1920er – Eine Stadt im Taumel beleuchtet sie seit vielen Jahren die Weimarer Republik und Berlin mit Liedern und Texten aus den Jahren 1918 bis 1933.
Jens-Karsten Stoll ist Musiker und Komponist. Als musikalischer Leiter und Komponist war er für Theaterproduktionen u.a. am Berliner Ensemble, Deutschen Theater Berlin und am Schauspielhaus Hamburg tätig. Mit dem Kabarettisten und Regisseur Rainald Grebe arbeitet er seit 2008 zusammen, mit der Schauspielerin Nina Petri seit 2011. Seine Kunst führte ihn u.a. nach Mexiko-City, Bangkok, Hongkong, Washington, Abidjan und Taschkent.
Karten im Vorverkauf: 30 €
Karten an der Abendkasse: 34 €
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Bewertungen & Berichte BERLIN - Die 20er Jahre - Eine Stadt im Taumel
Familienprogramm
Familienvorstellung:
Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Wir feiern seinen 130. Geburtstag!
Eine musikalische Buchpräsentation für alle ab 6 Jahren über das Leben des Komponisten Friedrich Hollaender
Inka Pabst (Schauspielerin, Sängerin und Kinderbuchautorin) präsentiert ihr neustes Werk „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ - Die Geschichte über das aufregende Leben von Friedrich Hollaender.
Friedel oder Fritz, wie ihn seine Eltern nannten, war einer der wichtigsten Komponisten und Texter der Weimarer Republik. Er schrieb Lieder, die ihn weltberühmt machten; z.B. „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ für die legendäre Marlene Dietrich. Seine Biografie erzählt von musikalischen Sternstunden, den turbulenten 1920er Jahren in Berlin, aber auch von der Flucht vor den Nationalsozialisten nach Amerika. In Hollywood feierte er große Erfolge und seine Musik wurde mehrmals für einen Oscar nominiert. Doch trotz Ruhm und Erfolg blieb eines: die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat.
Und weil es in dem Buch um einen Musiker geht, kann man darin auch welche hören. Hä? Musik im Buch? Wie soll das denn gehen? Das erfährt man in einer musikalischen Lesung mit Inka Pabst, Torsten Knoll und diversen Instrumenten im Theater Ost.
ab 6 Jahren
Kleinere Geschwisterkinder, die keinen eigenen Sitzplatz benötigen und bei den Eltern auf dem Schoß sitzen, dürfen kostenfrei mit ! Mit Sitzplatz: Kaufen Sie bitte eine Kinderkarte.
Familienvorstellung:
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Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt
Konzert
DIE FRIEDRICH HOLLAENDER REVUE
Wir feiern seinen 130. Geburtstag!
Das Jubiläumskonzert für die Großen mit den Berliner Vocaphonikern
Kein Komponist und Texter hat das deutsche wie internationale Kabarett geprägt wie FRIEDRICH HOLLAENDER.
Aus Anlass seines 130. Geburtstages spielen die BERLINER VOCAPHONIKER ihre ganz spezielle Revue, die einen musikalischen Querschnitt des gewaltigen Œuvres des Meisters zeigt. Was wäre Marlene Dietrich ohne die Lieder des "großen, kleinen Fritz" (Charlie Chaplin über den nur 1,50m großen Komponisten)?
Auch viele andere Stars des deutschen wie internationalen Entertainments sangen seine Lieder: Blandine Ebinger, Claire Waldoff, Heinz Rühmann, Comedian Harmonists und später Billie Holiday, Nat King Cole, Ella Fitzgerald, Brian Ferry, Milva, Eartha Kitt und sogar die Beatles! Die Berliner Vocaphoniker bieten eine kurzweilige Revue-Kabarettsongs aus den 20er Jahren erklingen ebenso wie Tango & Walzer, Swinghits & Hollywood Filmmelodien wechseln sich mit Boogie Woogie und Berliner Schnauze ab - dies alles mit ironischem Augenzwinkern und einer furiosen Kostümschlacht.
Das Programm folgt einer zeitliche Chronologie des künstlerischen Schaffens des Komponisten und Autors. Nach einem furiosen musikalischen Auftakt beginnen " Liedern eines armen Mädchens", welche Friedrich Hollaender zu Anfang der 20er Jahre seiner damaligen Geliebten und späteren 1. Ehefrau Blandine Ebinger quasi auf den Leib - besser auf Berliner Herz und Schnauze schrieb. Weitere große und erfolgreiche Kabarettschlager der mittleren und späten 20er Jahre folgen: Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin!
Den nächsten Höhepunkt bilden die Songs, die ihn schon Ende der 20er Jahre weltberühmt machten und seinen internationalen Ruf als Filmkomponist begründeten: "Ich bin von Kopf bis Fuß", "Ich bin die fesche Lola", "Wenn ich mir was wünschen dürfte" uvm. Aus seiner Hollywood Zeit erklingen Swing Hits wie "You leave me breathless" und Songs aus dem Billy Wilder Klassiker "A Foreign Affair": "Black Market" und "In den Ruinen von Berlin". Letztendlich sind die Songs zu hören, die Holländer nach seiner Rückkehr nach Deutschland komponierte wie z. B. einen Boogie Woogie aus dem Film "Das Spukschloss im Spessart" sowie den legendären Kabarett Klassiker "Stroganoff".
Das Ensemble bietet nicht nur Ohrenschmaus, auch in puncto Optik ist hier Abwechslung Trumpf.
Bewertungen & Berichte DIE FRIEDRICH HOLLAENDER REVUE
Konzert
DVAZET LET - Lass die Polka spieln
Moravska Entertainment & Fruchthof Teplice present: 20 Jahre Jindrich Staidel-Combo
20 Jahre Jindrich Staidel Combo, man ist geneigt zu meinen- Zeit, die nie vergeht. Erleben Sie einen musikalischen Abend, der die dunkle Seite unseres Alltages mehr als aufhellt und der in einem besonderen Licht verklingt.
Sein Sie dabei, beim Feuerwerk der Jazzpolka, einem Programm, bei dem Raum und Zeit kollidieren.
Erleben Sie also den berühmten Pharao der Jazzpolka Jindrich Staidel und seine Polkakrieger beim musikalischen Feldzug durch Barrandov, dem tschechischen Hollywood unweit von Olomuc: Staidel goes Barrandov- gehen Sie mit. Das Programm ist in Farbe und wird letztmalig ohne Karel Gott ausgestrahlt! Freuen Sie sich auf uns, denn wir freuen uns auf Sie.
Ein Kammerspiel von Gregor Edelmann - im Anschluss Publikumsgespräch
Eine Staatskrise. Um die Bevölkerung zu beruhigen hat Ministerpräsident Roman Grassla die populäre und kritische TV-Journalistin Nadja Layndecker gebeten, ihn zu interviewen. Was Nadja Layndecker nicht weiß ist, dass Roman Grassla die Regierungskrise dazu benutzen will, den Ausnahmezustand auszurufen, um ohne Parteien und Parlament „durchregieren“ zu können. Aus Sicherheitsgründen findet das Treffen an einem geheimen Ort statt.
„Die Nacht des Leviathan“ ist ein politisches und psychologisches Kammerspiel. Während eines Fernsehinterviews, das die Journalistin Nadja Layndecker mit dem Ministerpräsidenten Roman Grassla führt, fallen draußen Schüsse. Plötzlich sind die Türen verriegelt, der Kontakt zur Redaktion ist weg, ihre Handys funktionieren nicht mehr. Über das Fernsehen erfahren sie, dass ein Putsch stattfindet. Das Leben des Ministerpräsidenten scheint bedroht. In dieser Ausnahmesituation eskalieren die politischen Differenzen der beiden. Sie misstrauen sich. Als es Nadja Layndecker gelingt, eine Verbindung zum Sender herzustellen, ruft Roman Grassla die Menschen auf, für die Demokratie auf die Straße zu gehen. Kurz darauf kommen Meldungen, dass die Putschisten sich zurückziehen. Es scheint, als könnte die Demokratie gewinnen. Bis Nadja Layndecker zu entdecken glaubt, dass Roman Grassla ein doppeltes Spiel spielt. Was ist hier Wahrheit und was ist inszeniert? Was bedeutet es für die Demokratie, wenn es keine Wahrheit mehr gibt? Eine Frage, die das Publikum bis zum überraschenden Finale begleitet.
Der Buchtitel des Philosophen Thomas Hobbes „Leviathan“ (1651) wurde zum Synonym für den starken Staat, besonders, wenn es um die Balance zwischen staatlicher Macht, individueller Freiheit und Demokratie geht.
Es spielen:
Helene Grass (Nadja Layndecker, Journalistin):
"Ohne Wahrheit sind wir nichts, Grassla. Sie gibt uns Halt. Sie ist der Grund, auf dem wir stehen. Wir sind Wahrheitswesen durch und durch. Mit der Wahrheit entscheidet sich, was wir denken, was wir fühlen, wer wir sind. Sie ist unsere gemeinsame Welt, die Grundlage unserer Demokratie. Hier, dieser Boden ist Wahrheit. Diese Wände sind Wahrheit. Die verschlossene Tür da ist Wahrheit. Dass die Menschen kämpfen, draußen auf den Straßen, das ist die Wahrheit!"
Frank Metzger (Roman Grassla, Politiker):
"Fragen Sie den Mann und die Frau, die durch die Einkaufsmeile bummeln. Kriege? Krisen? Natürlich, sie haben Mitgefühl. Sie spenden, sie helfen. Aber schließlich: Was können sie schon tun? Sie sind fest überzeugt, keine Komplizen dessen zu sein, was diese Leiden verursacht. Ihr Mitgefühl und ihre Ohnmacht erlösen sie von jeder Schuld. Und genau das ist das Entsetzliche. Diese unzerstörbare Unschuld. Sie wollen wissen, was Politik ist? Im Grunde wollen die Menschen doch nur eins: Dass wir sie davor beschützen, sich schuldig zu fühlen. Sie wissen, dass wir sie belügen. Aber das ist der Pakt: Sie bekommen ihre Unschuld um den Preis ihrer Entmündigung."
Regie: Tatjana Rese
Karten im Vorverkauf: 29 €
Karten an der Abendkasse: 33 €
Der Sänger, Lyriker und Schauspieler Tino Eisbrenner (Jahrgang 1962) interpretiert Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" (satirisches Versepos 1844). Er unterstreicht den Text immer wieder mit Liedern (eigenen und geborgten), die auch zu Heines Zeiten hätten entstanden sein können. Romantische Lieder und Lieder des Aufbegehrens.
Den äußeren Rahmen bildet eine Reise von Paris nach Hamburg, die Heinrich Heine im Winter 1843 unternahm, um nach 13 Jahren Exil noch einmal seine Mutter zu besuchen. Heine nannte sich selbst den letzten Fabelkönig der Romantik, rühmte sich aber auch seines Kampfes für die Ideen der bürgerlichen Freiheit, was ihm harte Zensur einbrachte und ihn ins Exil nach Frankreich zwang. Hernach wurden seine Schriften in Deutschland verboten.
In diesem Wechselspiel klassischer und moderner Lyrik verblüfft den Zuschauer unweigerlich die Aktualität von Heines beißender Satire, seinem Zorn und seiner Wehmut, die ihn bei der Betrachtung seiner Heimat befällt. Sind die Lieder hier von damals oder lebt Heinrich Heine noch und hat sein "Wintermärchen" erst gestern geschrieben?
Des Publikums Gefühls- und Gedankenkarussell durchlebt gemeinsam mit dem Künstler dessen Intention, sich mit Wort und Musik aufzumachen zu einer Reise durch die Zeiten und die Zeit, um Zeitlosigkeit zu erspüren und heutigen politischen Doktrinen eigenen poetischen Widerstand entgegenzustellen.
"Deutschland. Ein Wintermärchen" - eine sinnliche, zeitgemäße, zeitlose, vergnügliche, mitreißende und politisch brisante Konzertlesung als Ein-Mann-Stück in zwei Akten, bei der Herz und Verstand auf ihre Kosten kommen.
Karten im Vorverkauf: 32 €
Karten an der Abendkasse: 36 €
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Konferenz
Treuhand-Blues-Konferenz
In Zusammenarbeit mit Denkraum Ost
37 Jahre nach der deutschen Einheit wirken die Erfahrungen der “Treuhandzeit” bis heute nach – in Familiengeschichten, Biografien, Unternehmen, Regionen und im gesellschaftlichen Selbstverständnis Ostdeutschlands. Der tiefgreifende gesellschaftliche Wandel der 1990er Jahre bedeutete für viele Verlust von Arbeit, sozialer Sicherheit und Identität, zugleich aber auch Improvisationsfähigkeit, Anpassungsstärke und neue Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation.
Was passt da besser als der "Blues" im Titel ?
Was ist er, der Blues ? Weit mehr als nur melancholische Musik, er steht für Schmerz, aber auch für Widerstandskraft, Hoffnung und die Bewältigung von Herausforderungen. Melancholie und Traurigkeit sind zentrale Themen des Blues, gleichzeitig transportiert er aber auch Kraft und Widerstand, indem er diese Emotionen offen ausspricht und so Raum für Verarbeitung und Heilung schafft. Er ist eine musikalische Form, die es ermöglicht, persönliche und gesellschaftliche Probleme auszudrücken und gleichzeitig eine Gemeinschaft von Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu verbinden.
Ostdeutsche Perspektiven bleiben in öffentlichen Debatten oft zu wenig differenziert betrachtet. Für Westdeutsche sind die Hintergründe oftmals gar nicht bekannt, weil sie von den Folgen weniger tangiert wurden. Gerade angesichts aktueller Krisen – von wirtschaftlicher Transformation über Digitalisierung bis hin zu gesellschaftlicher Verunsicherung – gewinnen diese Erfahrungen neue Bedeutung. Ostdeutschland wird damit nicht nur als Erinnerungsraum betrachtet, sondern als Erfahrungsraum für Wandel.
Die Konferenz schafft einen generationsübergreifenden Austausch zwischen Zeitzeugen, Kulturschaffenden, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie verbindet historische Aufarbeitung mit aktuellen Zukunftsfragen und stärkt demokratische Diskursfähigkeit sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir begrüßen:
Ira Roschlau/ Gastgeberin, Mitveranstalterin, Moderatorin
Ira Roschlau ist Mitgründerin von DenkRaumOst – der gemeinnützigen Gesellschaft für Transformation & Wandel.
Als Beraterin, Trainerin und Dozentin begleitet sie seit mehr als 20 Jahren Organisationen in Veränderungsprozessen. Als Ostdeutsche mit eigener Transformationserfahrung verbindet sie ihr fachliches Knowhow mit gelebter Praxis und macht die Erfahrungen der ostdeutschen Umbrüche für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nutzbar. Ihr Anliegen: Aus Herkunft Zukunft machen – und aus Erfahrungen neue Perspektiven entstehen lassen.
Gisela Oechelhaeuser/ Kabarettistin, Autorin, Moderatorin
Wir kennen Gisela Oechelhaeuser seit Jahrzehnten als leidenschaftliche streitlustige Kabarettistin, und auch als leidenschaftliche Dialektikerin. Die Oechelhaeuser wird umgetrieben von der Frage: wieviel Eigentum, Menschenwürde, Hoffnung, Zukunft wurde veruntreut durch die "Treuhand"? Die DDR wurde geschluckt, sie wurde zum Teil eines Deals im Prozess der Neuordnung von Einflusssphären.
"Sorgen wir mit Zusammenkünften wie dieser Konferenz dafür, dass die Sieger lange an uns zu kauen haben!
Gisela Oechelhaeuser ist eine Sammlerin von Nachricht, Information und darin verborgenem Widersinn; die Lebendigkeit ihrer Kunst erwächst aus der Art, wie sie alles Material im Herzen sofort verfeuert und in eigene Frage-Materie umsetzt. »Man muss aber in das Elend gehn«, schrieb Volker Braun vor Jahren in einem Gedicht für die Oechelhaeuser. Sie geht ins Elend, das auch ihr eigenes ist: Wie frei ist der Mensch, wenn er alles darf?" Hans-Dieter Schütt
Axel Kaspar/ Moderator, Filmemacher, Autor
Jahrgang 1939. Nach der Schulzeit folgten die Stationen: Lehre zum Handelskaufmann, ABF Rostock mit Abitur, Volontär in der „Ostsee Zeitung“, Journalistik-Studium in Leipzig, Fernsehen der DDR. Von 1968 – 1991 war er Redakteur, Autor, Regisseur und 14 Jahre Moderator beim kritischen Magazin „PRISMA“. Von 1992 – 2008 freier Mitarbeiter für den MDR: Magazin „WIR“, jetzt „exakt“ sowie das ARD-Magazin „FAKT“. Außer Magazin-Beiträge drehte er vor und nach 1990 insgesamt 55 längere Reportagen/Dokumentarfilme.
Wir zeigen seinen Film „Freitaler Talfahrt- Reportage aus einer bedrohten Region““ /1992 und sprechen mit ihm darüber.
Jochen Alexander Freydank/ Regisseur, Mitinitiator "Quote Ost"
Der 1967 in Ost-Berlin geborene Regisseur Jochen Alexander Freydank ist nicht erst seit seinem OSCAR-Gewinn im Jahre 2009 ein bekannter Name im Filmgeschäft. Einem Regievolontariat beim DFF, Seminaren an der Schauspielschule „Ernst Busch“ und einem Studium der Theaterwissenschaften an der HU Berlin folgte der Start seiner Filmkarriere als Cutter, Regieassistent, Drehbuchautor und Produzent mit eigener Produktionsfirma. Es folgten Regiearbeiten für TV-und Kinofilme von denen viele bedeutende Preise erhielten - bis hin zum Bayerischen Fernsehpreis, Nominierungen für den Grimmepreis und die Romy – und 2009 den Oscar für „Spielzeugland“
2023 gehörte Freydank zu den Initiatoren der Initiative Quote-Ost, die sich für mehr Sichtbarkeit und wahrhaftigere Darstellung ostdeutscher Lebenszusammenhänge einsetzt. Ostdeutsche sind in Entscheidungspositionen in diesem Land in fast allen Bereichen erschreckend unterrepräsentiert. Studien belegen, dass der Anteil Ostdeutscher dort absurd weit unter dem Anteil Ostdeutscher in der Bevölkerung liegt. Aus Sorge um die gesellschaftspolitische und mentale Situation und die Demokratie unseres Landes will Quote-Ost etwas gegen die zunehmende Spaltung tun.
Udo Feser / Rechtsanwalt, Liquidator und Berater bei der Treuhand
Udo Feser ist seit 1982 als Rechtsanwalt und vereidigter Buchprüfer tätig. Im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit hat er mehr als 3.800 Konkurs-, Gesamtvollstreckungs- und Insolvenzverfahren bearbeitet. Darüber hinaus ist er im Bereich des Restrukturierungs-rechts, Gesellschaftsrechts und des Stiftungsrechts beratend tätig. Er war Mitbegründer verschiedener berufsständischen Organisationen.
Unmittelbar nach Gründung der Treuhandanstalt im Jahre 1990 war Rechtsanwalt Feser im Auftrage des Direktorats Abwicklung der Treuhandanstalt für die Treuhandanstalt als Liquidator und Berater tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit war er unter anderem zuständig für die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB), für Jugendtourist das Offizielle Reisebüro der DDR-Jugendorganisation der FDJ, für den VEB Berliner Vergaser- und Filterwerke (BVF) sowie den VEB Vereinigte Luckenwalder Volltuchfabriken. Als Verwalter wurde er von verschiedenen Gesamtvollstreckungsgerichten bei Gesamtvollstreckungsverfahren von Treuhandbetrieben eingesetzt.
Katrin Rohnstock / Literatur- und Sprachwissenschaftlerin, Publizistin
Katrin Rohnstock, geboren 1960 in Jena, gründete und leitet seit 1998 die Firma Rohnstock Biografien, die seit mehr als zehn Jahren Erzählsalons zu den Folgen der Treuhandpolitik veranstaltet und die Erfahrungsgeschichten der Menschen veröffentlicht. ( u.a. "Der große Schock" )
Karten im Vorverkauf: 20 €
Karten an der Abendkasse: 24 €
Eine Theater-Revue um den Komponisten Hanns Eisler
Der Mensch und Komponist Hanns Eisler steht im Zentrum der neuen Produktion der Compagnie Freaks und Fremde: rundum widersprüchlich, gewitzt, kämpferisch und voller Sehnsucht - ein entsetzlich kleiner Mann in einer grotesk großen Welt. Auf allen Straßen der Welt werden seine Lieder gesungen, doch in Hollywood gibt es für ihn trotz Oscar-Nominierung kein Happy End. Im Kalten Krieg erstarren seine Träume. Eislers Leben und Werk sind geprägt von den kulturellen Umwälzungen seiner Zeit, von politischem Kampf, von Flucht und Exil und dem eigenen Anspruch, Nützliches zu schaffen, im Ringen um eine Kunst, die Menschen zu erkennen und zu verändern vermag.
Aus der Collage ausgewählter Lieder und überraschenden szenischen Elementen, animierten Video-Projektionen und Puppentheater entsteht das Porträt eines außergewöhnlichen Komponisten.
Das widerspruchsvolle Leben dieses Mannes und seines vielfältigen Werkes ist ein gefundenes Fressen für die Compagnie Freaks und Fremde und ihre kritische Auseinandersetzung mit der Welt. Eisler inspiriert zu einer Suche nach unsentimentaler Poesie, die sich im Spannungsfeld zwischen Text und Ton verbirgt. Im besten Sinne gute Unterhaltung: anregend und zuweilen unbequem..
Künstlerische Leitung, Schauspiel, Puppenspiel, Szenografie:Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Arrangements, Musikalische Leitung, Live-Musik: Frieder Zimmermann
Special Guest:Tobias Herzz Hallbauer
Videoschnitt und Projektionen: Beate Oxenfart
Kameraaufnahmen: Eckart Reichl
Technische Leitung und Lichtdesign: Josia Werth
Mitarbeit Bühnenbild: Anett Bauer
Mitarbeit Regie und Dramaturgie: Jörg Lehmann
Tontechnik und technischer Support:Bernd Krakowsky, Anton Ihlenfeldt, Ole Büttner, Robby Hirche
Produktionsgrafik: Stefan Voigt
Fotos: André Wirsig
Eine Kritik unseres geschätzten Kollegen WENZEL im Oktober 2025:
"Ich habe mich sehr über eure Einladung gefreut und ich habe mich auch sehr über euer Stück gefreut, es ist ein kühnes Unternehmen und ihr habt es mit großer Bravour geleistet. Faszinierend, wie ihr euch an die wirklich nicht einfachen Lieder des Hollywood Liederbuchs heran gewagt habt. Es gehört für mich neben der Winterreise und den ernsten Gesängen von Eisler zu den bedeutenden Liedzyklen in deutscher Sprache. Diese Lieder sind so knapp, so kurz und so präzise, dass sie wie ein letztes sich äußern vor dem Schweigen zu lesen sind. Die Darsteller haben mich sehr fasziniert mit ihrer Klarheit und unprätentiösen Sprechkultur. Nicht zu vergessen ihre sängerische Leistung. Sie haben mit aller Energie versucht, sich dem Dilemma, dass sich aus Halbplayback-Darbietungen ergibt, zu widersetzen, zum Teil durch Wiederholung des gesprochenen Textes, um wieder eigenen Rhythmus ins Geschehen zu bringen. Denn es ist eine komische Sache, wenn die Maschinen unseren Rhythmus bestimmen und nicht unser Puls und unser Atem.
Die musikalischen Bearbeitungen fand ich fast alle sehr gut, sehr eigensinnig. Manchmal fehlten mir die Achtelbewegung, die bei Eisler seine Liebe zu Schubert aufzeigen. Das nur am Rande. Ich wünsche der Produktion alles gute und viele aufmerksame Zuschauer. Grüße an alle Beteiligten herzlich von mir. Es war mir eine Freude, Euch erleben zu dürfen."
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Societaetstheater Dresden. - Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Karten im Vorverkauf: 32 €
Karten an der Abendkasse: 36 €
Termine
Fr 13.11.2026, 19:30 | Ticket
Sa 14.11.2026, 19:30 | Ticket
„Wenn Musik aus der Stille entsteht, dann ist die Stille aus Musik gemacht...“
Diese Worte der Pantomimenlegende Marcel Marceau haben das Schaffen der Cie Bodecker & Neander in allen Jahren geprägt. Ihre Spielweise ist in der Stille auf das höchste musikalisch und virtuos. In ihren Geschichten nehmen sie die spannende Erwartungshaltung eines Konzerts immer wieder auf, um daraus phantastische Reisen durch die Musikwelt zu ermöglichen.
So erleben wir ein Klavierkonzert von Beethoven, in dem der Umblätterer den Weg zum inspirierten Spiel bereitet und selbst ein Treffen mit dem Komponisten ermöglicht. Aus Regentropfen entsteht Musik und auch der peinliche Schluckauf eines grandiosen Tenors verwandelt sich in ein Konzert wider Willen - doch stets mit Stil und großem Erfolg.
BODECKER & NEANDER sind mit ihrer feinen Kunst seit nun 30 Jahren auf internationalen Theater- und Konzertbühnen zu Gast. Mit ihren tragikomischen Figuren und Geschichten voller Musik, feinstem Humor und Poesie gastieren sie in ganz Europa, Südamerika und Asien. Und nicht zum ersten Mal auch bei uns im Theater Ost !
Ob Theaterfreund oder überzeugter Nicht-Theatergänger, älteres Semester, mitten im Leben stehend oder Kind: Dieses Theatererlebnis reißt alle mit.
Regie: Lionel Ménard
„... wunderbar inszenierte Illusionen und ein zu Recht begeistertes Publikum …“ Süddeutsche Zeitung
„Beide sind artistisch perfekt und erfahrene Virtuosen ihres Fachs.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung
Holger Friedrich & Gregor Gysi im Gespräch mit uns und Ihnen
Wie weiter mit dem Theater Ost? Retten oder schließen? „Ostdeutschtümelei“, "Postpostkommunistische Thinkspielstätte“ oder einfach ein "Ort ostdeutscher kultureller Selbstbestimmung"?
Braucht es heute noch Ostkultur?
Wie unterstützen Politiker oder Vertreter des Volkes Kulturbetriebe wie das Theater Ost?
Welche Relevanz haben freie Theater und Kulturbetriebe in unserer Gesellschaft in aktuellen und zukünftigen Zeiten?
Die beiden großen Unterstützer des Theater Ost, Gregor Gysi (Partei Die Linke, MdB) und Verleger Holger Friedrich (Ostdeutsche Medienholding: Berliner Zeitung, Ostdeutsche Allgemeine, Weltbühne) diskutieren und stellen sich anschließend den Fragen der Kollegen des Hauses, unserer Fördermitglieder und natürlich: Ihren Fragen.
Inszenierung des Theaters OST nach einer Erzählung von Fjodor Dostojewski
Mit der Erzählung „Das Krokodil“, die unserer Inszenierung zugrunde liegt, nehmen wir Anlauf, den heiteren Dostojewski vorzustellen. Das Krokodil zieht seine Kraft aus der absurden Ausgangssituation eines Mannes, der von einem Reptil verschluckt wird und sich im Bauch des Ungetüms wohlig einrichtet. Dostojewski verspottet in dieser Erzählung das ökonomische Prinzip und den Kapitalismus, in dem der Mensch neben dem Profit nichts mehr gilt. Seitenhiebe verteilt er dabei auf die weltfremde russische Administration und auf die starren Gesellschaftsstrukturen.
Am Ende entpuppt sich die Geschichte auch als Satire auf den Wahnsinn ausufernder Bürokratie, die einer komplexer werdenden Welt nicht mehr gewachsen scheint. Aktueller kann eine Geschichte kaum sein.
Regie: Kathrin Schülein
Darsteller: Inka Pabst, Thilo Herrmann, Henry Nandzik, Roger Pabst
Karten im Vorverkauf: 34 €
Karten an der Abendkasse: 38 €
Termine
Sa 28.11.2026, 19:30 | Ticket
So 29.11.2026, 18:00 | Ticket
Eine musikalische Reise, die Herz und Seele erwärmt und die Vielfalt skandinavischer Kultur in einem neuen Licht zeigt.
Erleben Sie im Adventsprogramm „Nordic Fusion Christmas“ eine einzigartige Interpretation skandinavischer Weihnachtslieder. Heike Matzer, Tobias Morgenstern und ein Ensemble talentierter Instrumentalisten vereinen traditionelle Melodien mit modernen Klängen aus Pop, Funk, Soul, Blues, Samba und Reggae zu einer faszinierenden Fusion.
Die Liedtexte, nachgedichtet von dem renommierten Liedermacher Gerhard Schöne, verleihen den Liedern eine frische, zeitgemäße Note und bringen die nordische Weihnachtstradition auf eine ganz neue Ebene. Tauchen Sie ein in diese musikalische Reise, die Herz und Seele erwärmt und die Vielfalt skandinavischer Kultur in einem neuen Licht zeigt.
DIE ZWANGSVOLLSTRECKUNG AM 24.08.2026 ist abgewendet
Liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Unterstützer,
Soeben erreichte uns ein Schreiben der Gerichtsvollzieherin, dass der Termin am kommenden Montag zur Räumung des Theater Ost abgewendet werden konnte.
Wie kam es dazu?:
Das Gerichtsurteil des Landgerichts Berlin vom 19.12.2025, in dem die Kündigung unseres Mietvertrages als rechtsgültig erklärt wurde, enthält einen Hinweis, der uns die Möglichkeit gibt, mit der Hinterlegung einer Summe von 10.000,00 € eine vorläufige Zwangsvollstreckung abzuwenden.
Die Ostdeutsche Medienholding (Berliner Zeitung, Ostdeutsche Allgemeine und Weltbühne) stellte dankenswerterweise dieses Geld bereit und überwies die 10.000,00 € auf das Fördervereinskonto des Theaters.
So konnten wir gestern die Zwangsvollstreckung vorerst abwenden. Heute ging uns das Schreiben zu.
Der Hinweis im Urteil beinhaltet aber auch, dass der Erbbaupächter Stefan Klinkenberg im Gegenzug 50.000,00 € hinterlegen kann, um damit die Abwendung wieder aufzuheben. Das bedeutet, dass es einen neuen Termin zur Zwangsvollstreckung geben kann. Deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt für den Fortbestand unseres Theaters kämpfen, die Sonderveranstaltung am Dienstag von vielen Interessierten wahrgenommen wird und wir versuchen müssen, einen solchen zweiten Termin zu verhindern.
Hiermit möchten wir zuerst der Ostdeutschen Medienholding für die monatelange personelle sowie finanzielle Unterstützung von Herzen danken! Auch allen Menschen, die sich seit Bekanntwerden dieser unsozialen und ungerechten Handlungsweise bei uns gemeldet haben (es sind unendlich viele) möchten wir Danke sagen. Der Zuspruch, der Beistand, der Zusammenhalt sind ein Anker und geben uns Kraft. Stehen wir zusammen und retten ein Stück Ostkultur!
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Theater Ost
Im Auftrag des Fernsehens der DDR entwickelte der Architekt Franz Ehrlich 1952 das erste und einzige deutsche Fernsehtheater. Das Theater, entworfen im Bauhaus-Stil, sendete bis 1957 Opern und Schauspielkomödien in die DDR-Haushalte, bevor der Theatersaal entkernt und in ein Fernsehstudio umfunktioniert wurde. Bis zum Ende des Deutschen Fernsehfunks nach der Wende 1991 wurde von hier aus die bekannteste Nachrichtensendung der DDR „Die Aktuelle Kamera“ übertragen. Der große Theater- und Sendesaal wurde nach der Abwicklung stillgelegt und nur noch der Kopfbau mit Foyer und Konferenzraum blieb für Vermietungen offen.
Erst 2015 erlebte das alte Fernsehtheater unter dem damaligen Namen Theater Adlershof seine Renaissance. Das Team um Regisseurin und Choreografin Kathrin Schülein bespielt seitdem im Kopfbau das alte Foyer, umgewandelt in eine gemütliche Theaterlounge mit Bar.
Im Zuge der Pandemie erweiterte sich das Haus.
In den Sommermonaten wird nun zusätzliche eine Open Air Bühne bespielt und seit November 2021 ist der große Theater- und Sendesaal wieder in Betrieb.
Mit seinem vielseitigen Angebot aus Musik-, Sprech-, Tanztheater und Konzerten und dem Bekenntnis zu seiner Geschichte erreicht das Theater Ost die Menschen aller Altersschichten und Interessen: Klassische Inszenierungen und Gegenwartstheater, Kindertheater, Konzerte von Swing über Chanson, Jazz bis Balkanpop und Klassik gestalten neben innovativen Projekten, szenischen Lesungen und Talkrunden das Programm.Kartentelefon: +49 (0)30-23 93 45 79